Spagyrik
Der Begriff Spagyrik kommt aus dem Griechischen und ist aus den Worten „spao“ (=trennen) und „ageiro“ (=verbinden) zusammen gesetzt. Hiermit ist die Herstellungsweise der spagyrischen Arzneien erklärt: verwendete Pflanzen werden speziell aufbereitet. Man trennt sie zunächst in ihre drei Anteile
Körper (= feste Bestandteile)
Geist (= Pflanzenalkohol) und
Seele (= ätherische Öle),
um sie zu reinigen und anschließend wieder mit dadurch erhöhter Heilwirkung zusammen zu führen.

Das Bild stellt eine alchimistische Arbeitsanweisung dar: Sonnenstrahlen werden über einen Spiegel ( = Mond) auf einen Destillationskolben geleitet
Auch Pflanzenextrakte gewinnen durch das sanfte, vom Mond gespiegelte Sonnelicht an Qualität.
Spagyrische Mittel können immer dann eingesetzt werden, wenn das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele im Menschen gestört ist.
An dieser Stelle möchte ich Ihnen kurz zwei Möglichkeiten aus der spagyrischen Behandlungsvielfalt vorstellen: zum einen die Entgiftung und andererseits die Rhythmisierung.
Entgiftung:
Alle Stoffe aus der Umwelt, unserer Ernährung, Kosmetika und Zahnfüllungen, die unser Körper nicht benötigt, aber nicht ausscheiden kann, werden in körpereigenen Deponien gelagert. So eine Deponie kann der Darm sein, aber auch zum Beispiel das Bindegewebe. Eine Entgiftungstherapie regt die Ausscheidungsfunktionen des Körpers gezielt an und schafft somit Entlastung. Sie können sich den Vorgang vorstellen wie einen Hausputz: mit genügend Zeit, Wasser und dem richtigen Putzmittel kommt man zum Ziel.
Rhythmisierung:
Unsere äußere Welt ist gekennzeichnet von natürlichen Rhythmen, wie z. B. Tag und Nacht oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Auch unsere innere Welt kennt Rhythmus: z. B. den Herzschlag, die Atmung oder den Menstruationszyklus der Frau.
Unsere schnelllebige Zeit führt häufig zu einem Verlust von Rhythmus und damit zu vielfältigen Störungen unseres Wohlbefindens. Zur Anwendung kann eine Rhythmisierungstherapie bei Wechseljahresbeschwerden oder Schlafstörungen kommen.